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Stark im Leben!

Geschrieben von: Volker Schreck 21 Stunden, 53 Minuten her

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CVJM mittendrin!

Gedanken des Generalsekrtärs des CVJM Deutschland, Hansjörg Kopp

Liebe Freundinnen und Freunde des CVJM,
ich erinnere mich gut an Situationen, in denen ich gespürt habe: So wie es ist, kann es nicht bleiben. Nicht unbedingt, weil alles falsch war – sondern weil etwas an seine Grenze gekommen ist. Wege, die lange getragen haben. Worte, die früher Orientierung gaben. Sicherheiten, die leiser geworden sind. Und darunter eine Sehnsucht: Es müsste doch mehr geben. Etwas Neues. Etwas, das trägt.

In diese Sehnsucht hinein fällt die Jahreslosung 2026 wie ein leiser, aber klarer Satz Gottes:
„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)

Was mich an diesem Satz immer wieder berührt: Gott sagt nicht „Macht ihr mal“. Er sagt auch nicht „Strengt euch mehr an“. Er sagt: Ich mache alles neu. Die Verantwortung für die Zukunft liegt nicht zuerst bei uns. Sie liegt bei Gott. Das entlastet – und es tröstet.

Johannes hört diesen Satz nicht in ruhigen Zeiten. Er hört ihn mitten in Bedrängnis, Unsicherheit und Angst. Und gerade dort spricht Gott von Zukunft. Nicht von Reparatur. Nicht von Optimierung. Sondern von Neuschöpfung. Gott wischt Tränen ab. Leid, Tod und Schmerz bekommen nicht das letzte Wort.

Neu – das klingt verheißungsvoll. Aber neu heißt auch: warten. Warten fällt mir nicht leicht. Vielleicht geht es vielen so. Warten fühlt sich oft wie Stillstand an. Und doch lerne ich: Warten ist im Glauben nie passiv. Wartende Menschen rechnen mit Gott. Sie halten ihre Sehnsucht wach. Sie geben die Hoffnung nicht preis, auch wenn sie noch nicht sehen, wie es weitergeht.

Der christliche Glaube lebt aus dieser Spannung: Das Neue ist schon angebrochen – und doch noch nicht vollendet. Gottes Reich ist da, aber nicht fertig. Und genau hier liegt unsere Aufgabe als CVJM: nicht das Neue zu produzieren, sondern Räume zu öffnen, in denen Gottes Zukunft aufscheinen kann.

Ich sehe diese Hoffnung dort, wo junge Menschen Gemeinschaft erleben, die nicht ausgrenzt. Wo sie erfahren: Mein Leben ist nicht festgelegt. Ich darf fragen. Ich darf scheitern. Ich darf hoffen. Ich sehe sie dort, wo wir nicht müde werden, für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzustehen – auch wenn die Erfolge klein bleiben.

Für mich ist die Jahreslosung 2026 deshalb kein frommer Satz. Sie ist eine Einladung zum Vertrauen. Gott arbeitet nicht an uns vorbei. Aber er ist auch nicht von uns abhängig. Er ist der Gott der Zukunft – und er ist schon jetzt da.

So gehen wir als CVJM ins Jahr 2026 nicht aus eigener Stärke. Sondern aus Gottes Zusage heraus. Mit offenen Händen. Mit wachen Herzen. Und mit der Gewissheit:
Das Neue kommt.
Zu Gottes Zeit.

Herzliche Grüße aus Kassel
Hansjörg Kopp, Generalsekretär CVJM Deutschland